Schreiben im Bergzauber

Warum ein Literaturinstitut in Davos? Weil die Höhenluft, die Berge, der See zum Schreiben animieren? Oder weil vor hundert Jahren Thomas Mann seinen Roman «Der Zauberberg» über Davos veröffentlichte?

In jedem Fall dichteten vor Thomas Mann schon Carl Ferdinand Meyer, Robert Louis Stevenson und Arthur Conan Doyle in Davos. Ein besonderer Platz der «Davoser Schriftstellerinnen und Schriftsteller» gebührt Beatrice Harraden. Harraden war englische Schriftstellerin und Suffragette. Sie schrieb bereits 35 Jahre vor Thomas Manns «Zauberberg» ihren Davoser Roman «Ships That Pass in the Night», der in Europa und in den USA während Jahrzehnten ein Beststeller war. Und Beatrice Harraden war es auch, die vor über 100 Jahren den ersten internationale Kinospielfilm in Davos drehte.

Damals 1921 in der Hochblüte der Stummfilmzeit. Kurzum: Davos regte in den letzten 150 Jahren schon viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller zum Schreiben an. Ja, Davos bot ihnen eine zweite Heimat – fernab der grossen Städte wie London, Lübeck oder Paris – fernab der Meeresstrände oder der einsamen Steppe.

So ein Weitgereister, der Davos zu seiner zweiten Heimat erkor, war Jules Ferdmann aus Samara in Zentralrussland. Ferdmann gründete 1925 die Davoser Revue. Sie ist die grossen Davoser Kulturzeitschrift, die bald ihr 100jähriges Bestehen feiert und für hochstehende journalistische und literarische Texte bürgt.

Davos und die Literatur

Buchauszug: DAVOS UND DIE LITERATUR Auszug aus dem NZZ-Buch «Davos zwischen Bergzauber und Zauberberg» 2015, Buchseiten 221-254.

Booklet: «Freche Frauen im Zauberberg»
Erinnerungsschrift von F. Item anlässlich des 2. Literatur- und Filmfestivals Davos 2024. Zum 100-Jahr-Jubiläum des Romans «Der Zauberberg» erinnert das Booklet an vier heldenhafte Frauen, die zur Zeit von Thomas Manns Zauberberg in Davos lebten.

Trailer: SHIPS THAT PAS IN THE NIGHT Es ist die Verfilmung von Beatrice Harradens gleichnamigen Roman aus dem Jahre 1921, der in Davos spielt. Er erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die am Ende des 19. Jahrhunderts für die Emanzipation kämpft und dafür ihr Leben opfert. Das Buch war ein internationaler Bestseller. Beatrice Harraden kämpfte weiter – als Suffragette. 

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